Ich habe die Texte aus einer anderen HP kopiert (Fachhomepage), ich würde mich freuen wenn mir Betroffene schreiben, wenn was nicht stimmt oder man noch etwas ergänzen/ändern könnte.

DANKE VIELMALS

 

Zusammenfassung

Unter Neurosen wurden früher psychische Störungen verstanden, die sich durch übertriebene Ängste äußern und bei denen von einer lebensgeschichtlichen - psychischen - Verursachung ausgegangen wurde. Sie wurden als Gegenstück zu den Psychosen gesehen, bei denen körperliche Ursachen vermutet wurden. Inzwischen wurde der Begriff aber zugunsten einer differenzierteren Aufteilung in verschiedene Störungsgruppen aufgegeben - zum einen, um den verschiedenen unter "Neurosen" zusammengefassten Störungsbildern besser gerecht zu werden, zum anderen, weil sich die damit verbundenen theoretischen Annahmen (wie die der psychischen versus körperlichen Verursachung) nicht in dieser Form halten ließen.

 

Allgemeines

Kaum ein anderer psychologischer Begriff wird in der Alltagssprache so häufig verwendet wie der Ausdruck "Neurose" - reagiert jemand ungewöhnlich oder übertrieben, wird sein Verhalten als neurotisch bezeichnet. Als Prototyp des Neurotikers stellt sich Woody Allen in seinen Filmen als einen von Zweifeln und Ängsten gebeutelten Sonderling dar.

Mittlerweile wird dieser Begriff jedoch in der Wissenschaft nicht mehr verwendet. Einer der Gründe dafür ist, dass die unter diesem Begriff zusammengefassten psychischen Störungen zu verschieden sind und sich zu verschieden äußern.

 

Historisches

Historisch wurde der Begriff schon früh gleichbedeutend mit "Geisteskrankheit" oder "Nervenleiden" gebraucht - ursprünglich in der Neurologie entstanden, wurde der Ausdruck aber hauptsächlich in der Psychiatrie verwendet, allerdings mit oft sehr unterschiedlicher oder unklarer Bedeutung.

Die Psychoanalyse kann als Mutter der Neurosenlehre gesehen werden; beginnend mit Freud sind in dieser psychologischen Schule zahlreiche Theorien der Neurose entstanden. Als gemeinsames Merkmal der Neurosen galt nach ihrer Auffassung, dass als Ursachen psychische Faktoren, insbesondere unterdrückte Ängste und sexuelle Schwierigkeiten, angenommen werden können. Störungen in der frühkindlichen Entwicklung bleiben nach dieser Ansicht als "Komplex" im Unbewussten erhalten und bedingen je nach Art der Störung und ihrer Verarbeitung unterschiedliche neurotische Reaktionen. In die diagnostischen Handbücher fand die Bezeichnung "Neurose" Eingang als Überbegriff für eine Gruppe von Störungen, die sich durch übertriebene Ängste äußern; so wurden Angst- und Zwangsstörungen, Hysterie und Hypochondrie darunter zusammengefasst. Als Gegenstück zu den Neurosen wurden die Psychosen angeführt, die sich durch einen gestörten Realitätsbezug auszeichnen, und bei denen von einer - im Gegensatz zu den Neurosen - in erster Linie körperlichen Verursachung ausgegangen wurde.

 

Das heutige Diagnosesystem

In neueren Diagnosesystemen (erstmals im Diagnostischen und Statistischen Manual Psychischer Störungen III der Amerikanischen Psychiatrischen Vereinigung von 1980) wird inzwischen auf den Neurosenbegriff verzichtet. Zum einen hat sich gezeigt, dass Störungen, die unter dieser Kategorie zusammengefasst wurden, sich zum Teil sehr verschieden äußern: So zeigen beispielsweise Patienten, die an Zwangsstörungen oder Hypochondrie leiden, sehr unterschiedliche Symptome und sprechen auch auf unterschiedliche Behandlungsformen an. Die globale Kategorie "Neurose" wurde zugunsten einer differenzierteren Aufteilung in verschiedene Störungsgruppen aufgegeben. Zum anderen sollte eine Begrifflichkeit vermieden werden, die eng mit theoretischen - in diesem Fall psychoanalytischen - Annahmen über die Entstehung der jeweiligen Störung verbunden ist. Zudem wird inzwischen davon ausgegangen, dass die Trennung von psychisch bedingten Störungen einerseits und körperlich verursachten Krankheiten andererseits nicht aufrecht zu erhalten ist. Neuere Modelle gehen davon aus, dass ein Wechselspiel psychischer und körperlicher Faktoren, z.B. eine genetische Anfälligkeit in Kombination mit einer belastenden Lebenssituation, zur Entstehung psychischer Störungen beiträgt.

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